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Kanalisation
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Eine Kanalisation ist eine Anlage zur Sammlung und Ableitung von Abwasser, Regen- oder Schmelzwasser durch unterirdische KanĂ€le im Zuge der Abwasserbeseitigung. Regionale Bezeichnungen fĂŒr die Kanalisation sind Dole, Siel oder auch Beschleusung.

Zur Kanalisation gehören neben dem Kanalnetz auch Sammel-, Pump-, Absperr- und mechanische Reinigungsanlagen. Das gesammelte Abwasser wird zu Abwasserbehandlungsanlagen (meist KlÀranlagen) transportiert oder direkt in GewÀsser eingeleitet, welche in diesem Zusammenhang als Vorfluter bezeichnet werden.

Kanalisation deckt sich teilweise mit dem Begriff der EntwĂ€sserungsanlage. Dabei handelt es sich gemĂ€ĂŸ DIN EN 752-1:1995 um „ein System von Rohren und Zusatzbauten zur Ableitung von Schmutzwasser- und/oder Regenwasser zu einer Senkgrube, Kanalisation oder sonstigen Entsorgungseinrichtung“.

Bei vollstĂ€ndig gedeckter Kanalisierung natĂŒrlicher FließgewĂ€sser spricht man von Verrohrung. Beispiele sind der Darmbach in Darmstadt, der Salzbach in Wiesbaden samt ZuflĂŒssen, der Wuppertaler Briller Bach, der Mirker Bach, in Österreich der Grazbach in Graz.

Contents

‱ KanĂ€le
‱ Kosten
‱ Wandel
‱ Regenbecken
‱ Deutschland
‱ Schweiz
‱ Köln
‱ Paris
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Entwicklung

Mit der Bildung von zusammenhĂ€ngenden Siedlungen entstanden hygienische Probleme durch AbfĂ€lle, AbwĂ€sser und Überflutungen. Die einfache VerfĂŒgbarkeit von Trinkwasser war ein Hauptgrund fĂŒr die Entstehung von Siedlungen an BĂ€chen und FlĂŒssen. Die GewĂ€sser konnten als natĂŒrliche Vorflut und auch zur Ableitung der AbwĂ€sser genutzt werden.

Bevor unterirdische Kanalsysteme angelegt wurden, liefen AbwĂ€sser zunĂ€chst offen in Rinnsteinen entlang der Straßen und sammelten sich in kleinen BachlĂ€ufen und anderen natĂŒrlichen GewĂ€ssern.

Um Flut- und Regenwasser schnell ableiten zu können, entwickelten sich in Siedlungen frĂŒh erste Kanalisationen. Da Schmutz und AbfĂ€lle durch das Regenwasser fortgespĂŒlt wurden, wird diese frĂŒhe Form der Kanalisation auch als Schwemmkanalisation bezeichnet. AbwĂ€sser wiederum versickerten meist in einzelnen Parzellen.

Erste EntwĂ€sserungskanĂ€le lassen sich um 3000 v. Chr. im Euphrattal nachweisen. Von ca. 2600 bis 1800 v. Chr. verbreitete sich die Indus-Zivilisation auf der FlĂ€che des heutigen Pakistan. Sie bauten gepflasterte Straßen mit Gullys sowie Haustoiletten, die in gemauerte EntwĂ€sserungskanĂ€le speisten. Diese werden weltweit zu den Ă€ltesten Kanalisationen gezĂ€hlt. In Mohenjo-Daro können noch heute die aus Ziegeln gemauerten HausanschlĂŒsse und KanĂ€le besichtigt werden, welche das Abwasser ableiteten. Zu Zeiten der Römer wurden Schwemmkanalisationen verwendet; meistens handelte es sich dabei allerdings um offene Gerinne, da Abwasserrohre aufgrund des hohen Bauaufwands eine Seltenheit waren. Die bekannteste römische Kanalisation ist die Cloaca Maxima in Rom. Der bestehende Teil einer unterirdischen römischen Abwasserkanalisation ist in der Kölner Altstadt noch heute begehbar.

erste-kanalisationIm frĂŒhen europĂ€ischen Mittelalter ging das Wissen um die hygienische Bedeutung einer geordneten Abwasserentsorgung weitgehend verloren. Erst in der Neuzeit wurde aufgrund der Industrialisierung in den stark gewachsenen StĂ€dten eine geordnete Abwasserentsorgung installiert. Im Jahr 1739 war Wien als erste Stadt Europas vollstĂ€ndig kanalisiert. Im Jahr des Großen Brandes von 1842 wurde in Hamburg mit dem Bau des ersten modernen Kanalisationssystems auf dem europĂ€ischen Festland begonnen. Ab 1856 beabsichtigte die Stadt London nach Erfahrungen mit mehreren Cholera-Epidemien den Bau eines Kanalisationssystems. Final beschlossen wurde das Vorhaben im Jahr des „Großen Gestankes“ (1858).

Am Beispiel von Berlin lassen sich vier Phasen der modernen Wasserwirtschaft in Ballungszentren unterscheiden: 1856–1874, 1874–1900, 1900–1925 und 1925–1940. Die heutigen Berliner Wasserbetriebe wurden in der ersten Phase durch ein englisches Privatunternehmen realisiert. Die Übernahme des Wasserwerks in stĂ€dtische Hand erfolgte 1874. Danach wurde bis zum Jahr 1900 eine flĂ€chendeckende Grundversorgung aufgebaut. Die AbwĂ€sser wurden auf außerhalb der damaligen Stadt gelegenen StadtgĂŒtern verrieselt. Der Auf- und Ausbau eines leistungsfĂ€higen Kanalisationssystems begann dagegen spĂ€ter in der zweiten Phase. In Berlin wurden damals durch lĂ€ngere empirische Untersuchungen unter der Leitung von Rudolf Virchow schwerwiegende technische Fehler bei der Konzeption und beim Bau der Kanalisation und somit hohe Fehlinvestitionen vermieden – im Gegensatz zu etwa Frankfurt, DĂŒsseldorf, Essen und MĂŒnster. Die Entwicklung der biologischen Abwasserreinigung und des Belebtschlammverfahrens folgte in den Jahren 1900 bis 1940.

Im lĂ€ndlichen Raum entstand die heutige Kanalisation im Regelfall durch die sogenannten BĂŒrgermeisterkanĂ€le.cite-ref-1[1]

Das Leipziger Mischwassernetz mit einer LĂ€nge von mehr als 2700 Kilometern verfĂŒgt ĂŒber eine sogenannte Kanalnetzsteuerung, die es ermöglicht, grĂ¶ĂŸere Regenwassermengen im Kanal zwischenzuspeichern. Diese Steuerung vermeidet das Abfließen des ungereinigten Abwassers ĂŒber die ÜberlĂ€ufe in den Vorfluter. Das Wasser wird dann nach und nach in Leipzigs grĂ¶ĂŸtem KlĂ€rwerk im Rosental abgeleitet. Das System schĂŒtzt das KlĂ€rwerk vor Überflutung und vermindert die Belastung umliegender GewĂ€sser wie ElstermĂŒhlgraben oder Parthe mit Mischwasser.

EntwÀsserungsverfahren

Überwiegend werden der Kanalisation heute SiedlungsabwĂ€sser von Haushalten und Kleingewerbe und ein großer Teil der NiederschlagsabwĂ€sser von DachflĂ€chen und versiegelten OberflĂ€chen (Straßenablauf) zugefĂŒhrt. Aufgrund der Verunreinigung durch Mineralöle, Salze oder andere Chemikalien werden IndustrieabwĂ€sser meistens in firmeneigenen KlĂ€r- oder Abscheideranlagen vorgeklĂ€rt, bevor sie in die öffentlichen Systeme eingeleitet werden dĂŒrfen.

Wurden AbwĂ€sser in Deutschland und Österreich noch bis in die 1960er-Jahre (in lĂ€ndlichen Gebieten in AusnahmefĂ€llen bis heute) dezentral in Senk- und Sickergruben geleitet, so wurden diese Hausanlagen in den letzten Jahrzehnten von den Kommunen in Ortskanalisationen zusammengefasst und KlĂ€ranlagen zugeleitet. Das öffentliche Kanalnetz besteht aus KanĂ€len, SchĂ€chten, Sonderbauwerken (RegenĂŒberlaufbecken, Abwasserpumpwerken, Pumpstationen, Kurvenbauwerken, AuslĂ€ssen) sowie, je nach örtlicher Satzung, Anschlussleitungen bis zu GrundstĂŒcksgrenzen oder zu RevisionsschĂ€chten.

Typen nach Abfluss

Nach dem Abfluss unterscheidet man folgende EntwÀsserungssysteme:

Mischsystem (Mischkanalisation)

Haus-, Industrie- und NiederschlagsabwĂ€sser werden gemeinsam abgefĂŒhrt.

Modifizierte Mischkanalisation

SchmutzwĂ€sser sowie behandlungsbedĂŒrftige NiederschlagsabwĂ€sser werden zusammen abgefĂŒhrt. Nicht behandlungsbedĂŒrftige NiederschlagsabwĂ€sser werden vor Ort versickert oder direkt oder indirekt in ein GewĂ€sser geleitet.

Trennsystem (Trennkanalisation)

SchmutzwĂ€sser werden in einem Kanal abgefĂŒhrt, NiederschlagsabwĂ€sser in einem separaten Kanal. Wegen der in der Regel geringen Schmutzfracht von RegenwĂ€ssern werden diese meistens direkt oder indirekt (etwa ĂŒber RegenwasserrĂŒckhaltebecken) in GewĂ€sser eingeleitet und nicht in KlĂ€ranlagen behandelt.

Erweiterte Trennkanalisation

SchmutzwĂ€sser und behandlungsbedĂŒrftige NiederschlagsabwĂ€sser werden in separaten KanĂ€len abgeleitet. Nicht behandlungsbedĂŒrftige NiederschlagsabwĂ€sser werden vor Ort versickert oder direkt oder indirekt in ein GewĂ€sser geleitet.

Sonderverfahren

Bei abgelegenen GebĂ€uden oder Siedlungen können, abhĂ€ngig von Abwasseraufkommen und -beschaffenheit, auch Druck- oder VakuumentwĂ€sserungsverfahren und Speicherung in abflusslosen Sammelgruben mit Entsorgung durch Fahrzeuge zur Entsorgung der AbwĂ€sser verwendet werden. Auch bei der örtlichen Abwasserreinigung durch KleinklĂ€ranlagen (Tropfkörper, Belebtschlammverfahren, PflanzenklĂ€ranlagen und Rieselfelder (Abwasserverrieselung)) sind ZuleitungskanĂ€le erforderlich. Teilweise sind auch zusĂ€tzliche Kanalsysteme fĂŒr Drainagen oder Fremdwasser vorhanden, die direkt in einen Vorfluter einleiten.

In Deutschland ĂŒberwiegt bis heute die Mischkanalisation, mit der etwa 60 % der Siedlungsgebiete aller Einwohner entwĂ€ssert werden. Beim Neubau von Anlagen ist gemĂ€ĂŸ Wasserhaushaltsgesetz eine Trennkanalisation vorgeschrieben. Auch wandelte sich die EntwĂ€sserungskonzeption in den letzten Jahren. Von der ableitungsorientierten Sicht und im Sinne einer wirtschaftlichen und ökologischen Sichtweise gewinnt die dezentrale Regenwasserversickerung vor Ort zunehmend an Bedeutung.

Typen nach GrĂ¶ĂŸe

Nach der GrĂ¶ĂŸe unterscheidet man:

Hauskanalisation

Auf privaten GrundstĂŒcken werden heutzutage meist Rohre mit der Nennweite DN 100 (Rohrdurchmesser 10 cm) bis DN 200 (20 cm) verwendet. Zur Hauskanalisation gehören AusgĂŒsse, Toiletten, DachentlĂŒftungen und hausinterne Gullys (die EntwĂ€sserungsgegenstĂ€nde). Die Hauskanalisation wird in das öffentliche Kanalnetz entsorgt oder mĂŒndet in Abwasserreinigungsanlagen beziehungsweise abflusslosen Sammelgruben in der unmittelbaren NĂ€he des zu entwĂ€ssernden Objektes. Die EntwĂ€sserungsgegenstĂ€nde eines Hauses werden ĂŒber GeruchsverschlĂŒsse (Siphon) angeschlossen und zu den Fallrohren entwĂ€ssert. Die Fallrohre mĂŒnden in den Grundkanal, der das Abwasser zum Hausanschlussschacht leitet. Eventuell ist eine Abwasserhebeanlage fĂŒr tiefliegende Geschosse erforderlich. Um SchĂ€den durch RĂŒckstau aus dem Kanalnetz und daraus resultierende Überflutungen zu vermeiden, sollten alle EntwĂ€sserungsgegenstĂ€nde ĂŒber der RĂŒckstauebene (zumeist die Straßenoberkante, da bei Überlastung der Ortskanalisation das Abwasser ĂŒber die SchĂ€chte austritt und daher der Wasserspiegel im Ortskanal nur bis dort ansteigen kann) angeordnet sein. RĂŒckstausicherungen sind fĂŒr EntwĂ€sserungsgegenstĂ€nde unterhalb der RĂŒckstauebene vorzusehen, sind jedoch nicht völlig zuverlĂ€ssig, wenn diese nicht den einschlĂ€gigen Normen entsprechen. Da im GebĂ€ude die EntwĂ€sserung nach dem Trennsystem zu erfolgen hat, darf die Fallleitung der Dachrinnen nicht auf die Grundleitung geschlossen werden. Dieses geschieht am besten im Revisionsschacht. Die Fallrohre sind ĂŒber Dach zu entlĂŒften, um ein Leersaugen von GeruchsverschlĂŒssen zu verhindern sowie eine AbfĂŒhrung der GerĂŒche aus dem Kanalnetz zu ermöglichen. Aus diesem Grund sollten auch in GrundkanĂ€len keine GeruchsverschlĂŒsse vorgesehen sein.

Beim Hausanschlussschacht und im EntwÀsserungsnetz sollten Reinigungsöffnungen angeordnet werden. Als Material der Hauskanalisation wird zumeist Kunststoff, Grauguss oder Steinzeug eingesetzt. Die Materialwahl richtet sich nach der AggressivitÀt des Abwassers (bei Kleingewerbe), dem Rohrdurchmesser, der Verarbeitung und den Kosten.

Ortskanalisation

Hierzu gehören die AnschlusskanĂ€le, die in StraßenkanĂ€le mĂŒnden, die zu Neben- und Hauptsammlern zusammengefĂŒhrt werden. Es werden heutzutage meist Rohre mit der Bezeichnung DN 250 (Rohrdurchmesser 25 cm) bis DN 800 (80 cm) verwendet. Die Hauptsammler leiten die AbwĂ€sser einer KlĂ€ranlage zu. Neben dem Leitungsnetz gibt es Speicherbecken sowie RegenĂŒberlĂ€ufe und Regenbecken, die direkt in Vorfluter mĂŒnden. Sind lĂ€ngere Strecken – wie im lĂ€ndlichen Bereich – oder Höhenunterschiede zu ĂŒberwinden, werden zusĂ€tzlich Pumpwerke eingesetzt. Als Material wurde in der Vergangenheit Grauguss oder Steinzeug eingesetzt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird im Zuge der technischen Entwicklung verstĂ€rkt Kunststoff verwendet.

KanÀle

Üblicherweise weisen AbwasserkanĂ€le ein GefĂ€lle von 0,5 bis 2 % und eine Nennweite zwischen 200 mm (oder DN 250 nach den neueren technischen Regeln) und teilweise von mehreren Metern auf. Die KanĂ€le sind in der Regel als so genannte Freispiegelleitungen ausgefĂŒhrt, so dass der Wasserstand im Rohr unter dem Rohrscheitel liegt. Die KanĂ€le sind nur in AusnahmefĂ€llen komplett mit AbwĂ€ssern gefĂŒllt; etwa bei starken Regenereignissen bei Misch- oder Regenwasserkanalisation. In SonderfĂ€llen, z. B. bei geringem GefĂ€lle im Einzugsgebiet oder Transportleitungen, werden Unterdrucksysteme oder Druckleitungen verwendet. Ist das RohrgefĂ€lle zu gering oder sind Steigungen zu ĂŒberwinden, mĂŒssen zusĂ€tzliche Pumpenanlagen vorgesehen werden. Zwischen lĂ€ngeren Rohrabschnitten liegen KontrollschĂ€chte. Die Leitungen haben im Vergleich zu Trinkwasserleitungen große Querschnitte. Hauptabwassersammler in BallungsrĂ€umen können begeh- und teilweise sogar mit Booten befahrbar ausgefĂŒhrt sein; so das Geest-Stammsiel bei den Hamburger LandungsbrĂŒcken. In manchen europĂ€ischen LĂ€ndern und StĂ€dten (z. B. Paris) wurden die begehbaren KanĂ€le auch zur Verlegung von Versorgungsleitungen (Wasser, Gas, ElektrizitĂ€t) genutzt, was in Deutschland nicht ĂŒblich ist. FĂŒr entlegene Ansiedlungen, etwa bei abgelegenen Gehöften oder Wochenendhaussiedlungen, werden in AusnahmefĂ€llen auch Druck- oder VakuumentwĂ€sserungen oder, um lange KanĂ€le zu vermeiden, dezentrale KleinklĂ€ranlagen angewandt. FrĂŒher wurden KanĂ€le hĂ€ufig aus Ziegeln aufgemauert oder in Ton- oder Steinzeugrohren ausgefĂŒhrt. Je nach Medium und Belastung der Rohre werden heute KanĂ€le in den verschiedensten Materialien wie Faserbeton, Gusseisen, Stahl, Steinzeug, Kunststoff oder Beton ausgefĂŒhrt.

Misch- und Trennsystem

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, das Schmutzwasser und das Regenwasser zu entsorgen. Entweder in einer gemeinsamen Leitung (Mischsystem oder Mischverfahren) oder in getrennt ausgefĂŒhrten Leitungen (Trennsystem oder Trennverfahren). Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile.

Kosten

Das Mischverfahren verursacht normalerweise geringere Baukosten fĂŒr den Leitungsbau als das Trennverfahren, da nur ein Kanal notwendig ist. KlĂ€ranlagen und Pumpstationen jedoch sind fĂŒr große Wassermengen zu bemessen und werden damit baulich und betrieblich teurer. Das Trennverfahren hat den Vorzug der kleineren KlĂ€ranlagen und Pumpstationen mit entsprechend niedrigeren Bau- und Betriebskosten. Preislich liegen daher beide Systeme in etwa gleichauf.

Wandel

Dem Mischsystem wurde frĂŒher hĂ€ufig nicht nur wegen der geringeren Investitionskosten der Vorzug vor dem Trennsystem gegeben, da von relativ wenig Schmutzwasser ausgegangen und ein Starkregen als willkommene SpĂŒlung des Leitungsnetzes betrachtet wurde. Der seltene Überlauf des dann stark verdĂŒnnten Schmutzwassers ĂŒber ein RegenĂŒberlaufbauwerk in den Vorfluter konnte daher toleriert werden, dafĂŒr wurde bei Regenbeginn und bei kleineren Regen der Schmutz der Straßen vom Vorfluter ferngehalten.

Die zunehmende Besiedelung und VerlĂ€ngerungen der Kanalleitungen fĂŒhrten und fĂŒhren zu einer immer grĂ¶ĂŸer werdenden Schmutzwasser-Grundlast und die ÜberlastfĂ€lle werden hĂ€ufiger. Dadurch entsteht RĂŒckstau des Abwassers in Keller und Überschwemmungen von Straßen, die wegen der mitgefĂŒhrten FĂ€kalien besonders unangenehm sind. Es entstehen weitere Entlastungsbauwerke und RĂŒckstauverschlĂŒsse. Die FĂ€kalien gelangen durch die ÜberlastfĂ€lle ungeklĂ€rt in den Vorfluter, was die biochemische Verschmutzung zu groß werden lĂ€sst, oder es werden neue und grĂ¶ĂŸere Kanalisationen und Bauwerke erforderlich.

Seit den 1970er Jahren baute man daher vermehrt auf das Trennsystem. Inzwischen wird in der StĂ€dteplanung oft versucht, lediglich das Abwasser in einer Kanalisation abzufĂŒhren und Regenwasser vor Ort zu versickern; vorgeschrieben ist daher eine entsprechende Gestaltung. Auch die Kosten können hierdurch reduziert werden.

Sonderbauwerke

Ein Sonderbauwerk ist ein Bauwerk des Abwassersystems, das kein Schacht und kein Kanal ist. Bauformen von Sonderbauwerken sind in dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 157 Bauwerke der Kanalisation beschrieben.

Regenentlastungsbauwerke

Ein Regenentlastungsbauwerk ist eine Einrichtung in einem Misch- oder modifizierten Mischsystem oder einer KlÀranlage, die das System hydraulisch entlastet.

Folgende Bauwerke gelten als Regenentlastungsbauwerke:

‱ Speicherbecken und Fangbecken

Das Kanalisationsnetz kann nicht auf das Ableiten der gesamten anfallenden Schmutz- und RegenabwĂ€sser dimensioniert werden. Daher mĂŒssen im Mischwasserkanalnetz Entlastungsbauwerke erstellt werden.

Über RegenĂŒberlĂ€ufe werden ab bestimmten RegenintensitĂ€ten und den damit zusammenhĂ€ngenden Abwassermengen Teile des Abwassers zur Entlastung in einen Vorfluter abgezweigt.

Regenbecken

Die Regenbecken werden dort angeordnet, wo die Bedingungen zu einer Hochwasserentlastung unterschritten werden oder die Hochwasserentlastung zu hÀufig anspringt und den Vorfluter mit Schmutzwasser belastet.

Die Regenbecken können drei Funktionen ĂŒbernehmen.

1. Speichern des zu viel anfallenden Abwassers.
2. Grobes KlĂ€ren des ĂŒberlaufenden Mischwassers.
3. Fangen des ersten Schmutzstoßes, der vor allem vom AbspĂŒlen der Kanalablagerungen herrĂŒhrt.

Die Wirkung des Regenbeckens ist vom VerhĂ€ltnis des Beckeninhaltes zur GrĂ¶ĂŸe des Einzugsgebietes abhĂ€ngig.

Folgende GrĂŒnde gibt es fĂŒr den Bau eines Regenbeckens.

‱ Überlastete Netze können durch den Einbau von Regenbecken oft zweckmĂ€ĂŸig saniert werden, ohne die bestehenden KanĂ€le zu vergrĂ¶ĂŸern. Dabei sind je nach GefĂ€lleverhĂ€ltnissen auch Pumpen einzuschalten.
‱ Beim Anschluss von neuen Baugebieten an eine vorhandene, nahezu ausgelastete Kanalisation besteht oft die Möglichkeit, das Schmutzabwasser und einen Teil des Regenabwassers, nicht aber die Abflussmengenspitzen, in den bestehenden KanĂ€len abzufĂŒhren. Hier lĂ€sst sich durch den Einbau eines RegenrĂŒckhaltebeckens die Erweiterung der vorhandenen Kanalisation umgehen.

Je nach Wirkungsweise werden unter dem Sammelbegriff „Regenbecken“ folgende Beckenarten unterschieden:

‱ RegenrĂŒckhaltebecken (RRB)
‱ RegenĂŒberlaufbecken (RÜB)

RegenrĂŒckhaltebecken (RRB)

RegenrĂŒckhaltebecken speichern bei starken RegenfĂ€llen einen Teil der ankommenden Mischwassermenge und geben sie verzögert und gedrosselt wieder an die Kanalisation ab. Sie verhindern eine Überlastung im Kanalnetz, wo eine Entlastung unmöglich oder nicht erwĂŒnscht ist. Solche Becken mĂŒssen nicht in der NĂ€he von Vorflutern liegen. Sie besitzen meistens nur einen Ablauf ins Netz sowie einen NotĂŒberlauf.

RegenĂŒberlaufbecken (RÜB)

RegenĂŒberlaufbecken stellen eine Kombination von RegenĂŒberlauf und RegenrĂŒckhaltebecken dar. Die beiden Bauteile, Becken und Überlauf, lassen sich getrennt oder in einem Bauwerk vereinigt ausfĂŒhren. Diese Becken besitzen einen Beckenablauf und einen oder mehrere ÜberlĂ€ufe. Die RegenabwĂ€sser werden grob geklĂ€rt dem Vorfluter zugefĂŒhrt. Der Beckeninhalt mit den zurĂŒckgehaltenen, abgesetzten Stoffen wird der KlĂ€ranlage zugefĂŒhrt. Dadurch werden die Spitzen der Abflussmengen gebrochen und die abzufĂŒhrenden Wassermengen verkleinert.

Das RegenĂŒberlaufbecken wirkt bis zum Anspringen des Überlaufes als RĂŒckhaltebecken. Erst im gefĂŒllten Zustand, bei Überlaufbetrieb, wird es zum durchflossenen KlĂ€rbecken. RegenĂŒberlaufbecken können im Haupt- oder Nebenschluss betrieben werden.

Damit eine optimale Bewirtschaftung der Regenbecken erfolgen kann, werden die RegenĂŒberlaufbecken heute im Nebenschluss gebaut. Im Hauptschluss betriebene Becken liegen im zur KlĂ€ranlage fĂŒhrenden Kanal. Diese wichtige Anordnung ist nur bei ausreichendem GefĂ€lle möglich, da die Beckenentleerung stĂ€ndig und nur mit natĂŒrlichem GefĂ€lle in Richtung KlĂ€ranlage erfolgt. Die Beckenentleerung erfolgt erst nach Regenende mittels einer Pumpe. Bei genĂŒgenden GefĂ€lleverhĂ€ltnissen kann das Becken nach dem Regenende auch durch einen gesteuerten Schieber entleert werden.

Sie leiten mindestens den kritischen Mischwasserabfluss Qkrit zur KlÀranlage weiter. Ergibt sich ein MischverhÀltnis

mRÜ = (Qdr − Qt24) / Qt24 > 7,

so ist das MischverhĂ€ltnis von mRÜ = 7 fĂŒr den RÜ zugrunde zu legen.

Liegt die mittlere CSB-Konzentration im Trockenwetterabfluss ct ĂŒber 600 mg/l, so ist das MischverhĂ€ltnis m zu erhöhen, um stĂ€rkere VerdĂŒnnungen zu erzielen:

mRÜ ≄ (ct − 180) / 60.

Die ÜberlĂ€ufe sind möglichst mit hochgezogenem Wehr auszubilden. Durchmesser eines Drosselrohres du > 0,2 m. Ein RÜ mit Bodenöffnung (SpringĂŒberlauf) ist bei schließendem Abfluss sinnvoll.

Ein RÜB sollte ein Mindestspeichervolumen haben: Vsmin = 3,60 + 3,84 qr in m³/ha.

Durchlaufbecken (DB) sollen Vs > 100 mÂł aufweisen,
Fangbecken (FB) sollen Vs > 50 mÂł haben.

Fangbecken (FB) im Nebenschluss

Ein Fangbecken dient dazu, den ersten Wasserstoß bei Regenereignissen aufzufangen und den Kanal zu entlasten. Sie werden im Normalfall vom Kanal durchflossen. Im Nebenschluss werden sie ĂŒber Trennbauwerke beschickt. Nach FĂŒllung des Beckens tritt der BeckenĂŒberlauf in Aktion. Es entsteht kein GefĂ€lleverlust. Bei Trockenwetter und kleinem Regen mit QR < Qab erfolgt kein Zufluss zum Becken. Die Entleerung geschieht durch eine Pumpe mit konstanter zusĂ€tzlicher Beschickung des KlĂ€rwerks.

Im Hauptschluss geht der KlÀrwerkzufluss durch das Becken. Charakteristisch sind einfache Anordnung, kein Trennbauwerk, eventuell GefÀlleverlust, Entleerung ohne Pumpe, Abfluss schwankend ohne Steuervorrichtung.

Durchlaufbecken (DB) im Nebenschluss

Durchlaufbecken haben zusĂ€tzlich einen Überlauf fĂŒr geklĂ€rtes Wasser (KlĂ€rĂŒberlauf), der vor dem BeckenĂŒberlauf anspringt und das im Becken mechanisch geklĂ€rte Mischwasser zum Vorfluter leitet.

StauraumkanÀle (SK)

StauraumkanĂ€le mit oben liegender Entlastung werden in der Regel wie Fangbecken bemessen, sofern die Bedingungen fĂŒr Fangbecken eingehalten werden können. Andernfalls sind sie wie StauraumkanĂ€le mit unten liegender Entlastung zu behandeln. Sie sind auch fĂŒr Speichervolumen kleiner als 50 Kubikmeter sinnvoll.

StauraumkanĂ€le mit unten liegender Entlastung erhalten im vereinfachten Aufteilungsverfahren wegen der schlechteren Absetzwirkung einen Volumen-Zuschlag. Das spezifische Speichervolumen Vs ist wie fĂŒr RegenĂŒberlaufbecken zu ermitteln.

VSKU = 1,5 · Vs · Au in m³, mit Vs in m³/ha = spezifisches Speichervolumen und Au in ha = undurchlÀssige FlÀche des zugehörigen Teileinzugsgebietes.

In Nachweisverfahren sind die Besonderheiten fĂŒr StauraumkanĂ€le mit unten liegender Entlastung zu beachten. Die Entleerungsdauer von StauraumkanĂ€len sollte kleiner als 15 Stunden sein. Das MindestmischverhĂ€ltnis ist wie fĂŒr RegenĂŒberlaufbecken festzulegen.

Organisation und Kosten

Deutschland

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Hauptartikel

:

Siedlungswasserwirtschaft in Deutschland

Der Bau und die Unterhaltung der öffentlichen Kanalisation und der öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen (KlĂ€ranlagen) obliegen dem „Abwasserbeseitigungspflichtigen“, im Regelfalle der jeweiligen Kommune. Diese kann die Abwasserbeseitigungspflicht einem Dritten, beispielsweise einem Abwasserzweckverband, oder unter gewissen Voraussetzungen dem GrundstĂŒckseigentĂŒmer, bei dem das Abwasser anfĂ€llt, zum Beispiel durch den Bau einer KleinklĂ€ranlage, ĂŒbertragen.

FĂŒr NeuanschlĂŒsse an eine öffentliche Kanalisation kann je nach Abwassersatzung ein Anschlussbeitrag zu entrichten sein. Zur Ermittlung der BenutzungsgebĂŒhren wird bei Anschluss an ein zentrales Abwassernetz meistens das Schmutzwasser nach dem Trinkwasserverbrauch (Wahrscheinlichkeitsmaßstab) und das Niederschlagswasser nach angeschlossener versiegelter FlĂ€che abgerechnet. Bei dezentralem Anschluss (KleinklĂ€ranlage) wird gemĂ€ĂŸ der abgefahrenen FĂ€kalschlammmenge abgerechnet.

In Deutschland haben (Stand 2020) die Kanalisationsrohrsysteme zusammengenommen eine LĂ€nge von insgesamt etwa 600.000 Kilometer.cite-ref-2[2]

Österreich

Die Errichtung, Erhaltung und Betrieb von Abwasserbeseitigungsanlagen erfolgt durch Einzelpersonen, Betriebe und Unternehmungen, Wassergenossenschaften, Kommunen und WasserverbÀnde.

Die Verrechnung der Kanalisationskosten ist in Österreich Gemeindesache. GrundsĂ€tzlich gibt es fĂŒr die laufenden GebĂŒhren der Abwasserkanalisation drei Verrechnungsmodelle:

‱ nach der FlĂ€che der angeschlossenen GebĂ€udegeschosse (mehr im lĂ€ndlichen Raum)
‱ nach dem Wasserverbrauch aus der Trinkwasserleitung ((Wasserverteilungssystem), dieser VerteilungsschlĂŒssel wird vermehrt im stĂ€dtischen Bereich angewandt)
‱ nach der Anzahl der angeschlossenen Klosettmuscheln kombiniert mit dem Wasserverbrauch (so in Graz). Wird mehr als die inkludierte Basiswassermenge verbraucht, erfolgt eine Verrechnung der Differenz nach der zweiten Methode.

Außerdem sind beim Neuanschluss AnschlussgebĂŒhren zu entrichten.

Schweiz

Die Aufsicht ĂŒber den Vollzug der Gesetze unterliegt in der Schweiz dem Bundesamt fĂŒr Umwelt (BAFU).

Lokale Kanalnetze

Köln

Das Abwasser in Köln wird ĂŒber eine KanalnetzlĂ€nge von rund 2.400 km zu den fĂŒnf Kölner KlĂ€ranlagen in Stammheim, Langel, Weiden, Rodenkirchen und Wahn abgeleitet, gereinigt und in den Rhein geleitet. Das Abwasseraufkommen von Einwohnern und Betrieben entspricht zusammengenommen einem Gleichwert von 1,82 Millionen Einwohnern, an die KlĂ€ranlagen der StadtentwĂ€sserungsbetriebe Köln (StEB) angeschlossen.

Die KanalnetzlĂ€nge betrĂ€gt 2.385 km, davon sind 591 km begehbar und 1.793 km nicht begehbar. Es gibt 58.129 KanalschĂ€chte, 82 RegenrĂŒckhaltebecken und -kanĂ€le, 674 Hochwasserschieber, 190 Betriebsschieber. Drei Viertel des Abwasservolumens wird durch zwei große Sammler in Niehl durch zwei DĂŒker unter dem Rhein zum GroßklĂ€rwerk nach Stammheim geleitet.

Paris

Der Bau der Pariser Kanalisation nach 1852 vor allem durch EugĂšne Belgrand unter G. E. Baron Haussmann war ein Meilenstein in der Geschichte der Stadt. Es entstand ein mehrfaches Wassernetz unter der ErdoberflĂ€che mit zwei Systemen fĂŒr Frischwasser (Trinkwasser und Nicht-Trinkwasser (eau brute))cite-ref-3[3] sowie einem System fĂŒr Abwasser. Entscheidend fĂŒr den Anschluss zahlreicher Pariser Haushalte an das Wassernetz war die ZusammenfĂŒhrung der Abwasserentsorgung: Bis dahin musste das Abwasser privater Haushalte von diesen in BehĂ€ltern gesammelt und von privaten Firmen abgeholt werden. Mit dem Ausbau der Netze bekamen private Haushalte die Möglichkeit, sich an das öffentliche Abwassersystem anschließen zu lassen. Zahlreiche, unterschiedlich große Reservoirs wurden unterirdisch mitten in der Stadt zur Regulierung des Wasserstandes gebaut. Ein hygienisches Problem entstand auch bei den zahlreichen Überflutungen der innerstĂ€dtischen Friedhöfe, woraufhin im 18. Jahrhundert umfangreiche Umbettungen in unterirdische SteinbrĂŒche vorgenommen wurden (Katakomben von Paris).

DichtheitsprĂŒfung

Mit der DichtheitsprĂŒfung nach DIN EN 1610 können neu erstellte oder sanierte AbwasserkanĂ€le auf Dichtheit geprĂŒft werden. Dazu werden alle Öffnungen des zu prĂŒfenden Kanalabschnittes verschlossen und mit Luft oder Wasser abgedrĂŒckt. Die wiederkehrende DichtheitsprĂŒfung alter KanĂ€le wird mit geringeren PrĂŒfdrĂŒcken durchgefĂŒhrt.

Explosionsgefahr

In Kanalisationsnetzen kann Explosionsgefahr durch Biogas, dessen Bildung durch die Abwesenheit von Luftsauerstoff gefördert wird, bestehen. In Gebieten, wo Steinkohlebergbau betrieben wurde, kann durch Lecks Grubengas in die Kanalisation eingetragen werden.cite-ref-4[4]

Kanalisation in Kunst und Kultur

Die spezielle AtmosphĂ€re der unterirdischen Kanalisation hat schon oft Schriftsteller und Regisseure dazu inspiriert, einen Teil ihrer Handlung hier spielen zu lassen. Sie dient als RĂŒckzugsort fĂŒr Monster und Gangster und ist der Schauplatz zahlreicher Versteckspiele und Verfolgungsjagden. Zu einigen der bekanntesten Werke, deren Handlung teilweise in der Kanalisation spielt, zĂ€hlen:

‱ Victor Hugo lĂ€sst seinen Helden Jean Valjean in Die Elenden (Les MisĂ©rables, 1862) nach einer Straßenschlacht flĂŒchten, wobei er einen ohnmĂ€chtigen Verletzten durch die Katakomben von Paris trĂ€gt.
‱ Carol Reed dreht 1949 die finale Verfolgungsjagd seines Film Noir Der dritte Mann in der Wiener Kanalisation, die danach noch Drehort weiterer Filme wurde. Mittlerweile werden in Wien Kanaltouren fĂŒr Touristen angeboten.cite-ref-5[5]
‱ Stephen King erschafft 1986 in seinem (mehrfach verfilmten Roman) Es ein Monster, das sich in die Kanalisation zurĂŒckzieht, um von dort aus alle 27 Jahre eine Mordserie auszulösen. Die kontroverseste Szene, die ebenfalls in der Kanalisation spielt, fehlt in allen Verfilmungen des Werkes.cite-ref-6[6]
‱ Die Helden der Zeichentrickserie Teenage Mutant Hero Turtles sind vier Schildkröten mit SuperkrĂ€ften, die in der Kanalisation von New York leben (1987–1996).
‱ In Batmans RĂŒckkehr (Tim Burton, 1992) lebt der Pinguin zu Beginn der Handlung bereits seit 33 Jahren in der Kanalisation von Gotham City, wo er eine Bande von Verbrechern anfĂŒhrt.
‱ In The Dark Knight Rises (2012) lĂ€sst Regisseur Christopher Nolan in der Kanalisation von Gotham City Jagd auf Bane machen.
‱ Im Computerspiel L.A. Noire (Rockstar Games, 2011) mĂŒssen die Spieler, nachdem sie eine Reihe anderer Aufgaben gelöst haben, in der Kanalisation von L.A. einen Brandstifter finden und ein EntfĂŒhrungsopfer befreien.
‱ Der Animationsfilm Flutsch und weg (2006) spielt zum Großteil in der Londoner Kanalisation, in der Ratten in einer aus diversen AlltagsgegenstĂ€nden errichteten Stadt leben.

Siehe auch

‱ Fettberg
‱ Krokodil im Kanal (Urban legend)

sowie EintrÀge der gleichnamigen Kategorie: Kanalisation

Literatur

‱ Christian Berger, Johannes Lohaus: Zustand der Kanalisation – Ergebnis der DWA-Umfrage 2004. In: KA, Korrespondenz Abwasser, Abfall 52(5), 2005, GFA, Gesellschaft zur Förderung der Abwassertechnik, Hennef, ISSN 1616-430X, S. 528–539.
‱ Alexandru Braha, Ghiocel Groza: Moderne Abwassertechnik: Erhebung, Modellstruktur, Scale up, Planung. Wiley-VCH, Weinheim 2006, ISBN 978-3-527-31270-2.
‱ Willi Gujer: Siedlungswasserwirtschaft. 3. Auflage. Springer, Berlin 2007, ISBN 978-3-540-34329-5.
‱ Wilhelm Hosang, Wolfgang Bischof: Abwassertechnik. 11. Auflage. Teubner, Stuttgart 1998, ISBN 3-519-15247-9.
‱ Martin Illi; StadtentwĂ€sserung ZĂŒrich (Hrsg.): Von der Schissgruob zur modernen StadtentwĂ€sserung. Neue ZĂŒrcher Zeitung, ZĂŒrich 1987, ISBN 3-85823-173-8.
‱ Axel Stefek: Weimars frĂŒhe KanĂ€le im Spiegel der Stadtentwicklung. In: Wasser unter der Stadt. BĂ€che, KanĂ€le, KlĂ€ranlagen. Stadthygiene in Weimar vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Hrsg. von Axel Stefek fĂŒr den Abwasserbetrieb Weimar. Weimar 2012, S. 15–74.
‱ Klaus Mudrack: Biologie Der Abwasserreinigung. 5. Auflage. Spektrum, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2576-8.
‱ Helmut Resch, Regine Schatz: Abwassertechnik verstehen: Ein kleines 1×1 der Abwassertechnik fĂŒr Einsteiger und interessierte Laien. Hirthammer, Oberhaching 2010, ISBN 978-3-88721-204-9.

Weblinks

Wiktionary: Kanalisation

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Commons

: Kanalisation

– Bilder und Mediendateien

‱ Literatur von und ĂŒber Kanalisation im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Institut fĂŒr Unterirdische Infrastruktur (IKT)
‱ Misch- oder Trennsystem (PDF) Website des Kantons ZĂŒrich
‱ Michael Richter: Die Berliner Kanalisation. In: berliner-unterwelten.de. Berliner Unterwelten e. V., 2. Februar 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. Juli 2014; abgerufen am 2. August 2024.
‱ JĂŒrgen Gottschalk: Die Kanalisation der Metropole Paris. (Memento vom 25. November 2006 im Internet Archive; PDF) (Referat 2004)
‱ Zauber der Kloaken. Filmtexte. In: www-x.nzz.ch. NZZ Format, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 17. Januar 2004; abgerufen am 11. November 2025 (Schweizer Hochdeutsch, Dokumentation aus Paris; Filmskript ĂŒber Reinigung der Kanalisation).

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Franz-Josef Sehr: Vor 60 Jahren in Obertiefenbach: Die erste KlĂ€ranlage im Kreis. In: Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch fĂŒr den Landkreis Limburg-Weilburg 2026. Limburg 2025, ISBN 3-927006-63-7, S. 303–307.
cite-note-22. ↑ Christopher Piltz: Deutschlands ungeklĂ€rtes Problem. In: Der Spiegel. Nr. 43, 2020 (online).
cite-note-33. ↑ Eau potable – Eau non potable. In: www.paris.fr. Abgerufen am 29. Oktober 2019 (französisch).
cite-note-44. ↑ W. Kuipers et al.: Autonomer Flammenionisationsdetektor fĂŒr den Explosionsschutz in Kanalisationsnetzen. In: Technische Sicherheit. Band 7, Nr. 11/12, S. 19–24.
cite-note-55. ↑ Tauchen Sie ein in die Stadt unter der Stadt. Kanaltour Wien; abgerufen am 28. Februar 2022.
cite-note-66. ↑ „ES“: Darum fehlt die kontroverseste Szene aus Stephen Kings Roman im Film Filmstarts; abgerufen am 28. Februar 2022